 Auf zwei Worte (Ausgabe: Mai / Juni 2010) Vor 25 Jahren wurde bei uns im Saarland der Verein Landesakademie für musisch-kulturelle Bildung mit dem Ziel gegründet, eine zentrale Ausbildungsstätte für Multiplikatoren im musisch-kulturellen Bereich zu betreiben. Muster dafür, wie eine solche Akademie aussehen sollte, gab es in anderen Bundesländern zur Genüge. Landesakademien wurden mehrheitlich schon in den 80er Jahren gegründet, sie führen landesweite Fortbildungsveranstaltungen für Erwachsene und Kurse für Jugendliche durch. Inhaltlich werden besonders solche Bereiche abgedeckt, für die aktueller Bedarf besteht oder an den Hochschulen und Universitäten aus organisatorischen und Aktualitätsgründen vernachlässigt werden müssen. Die Landesakademien arbeiten mit Gastdozenten zusammen und werden von Vereinen getragen und von den Ländern gefördert. Vorher bestanden schon die 1958 gegründete und vom Bund getragene Akademie Remscheid für musisch-kulturelle Bildung und Medienerziehung und die Bundesakademie für musikalische Jugendbildung in Trossingen, denen 1986 als dritte Bundesakademie, die Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel folgte. Allen Akademien ist gemeinsam, dass für erfolgreich absolvierte Fortbildungskurse Bescheinigungen und Zertifikate ausgestellt werden, die vielfach staatlich anerkannt sind. Reine Probephasen für Orchester, Chöre oder sonstige Gruppierungen, die der Vorbereitung eines öffentlichen Auftritts dienen, finden in keiner der Akademien statt. Dies würde mit Sicherheit den Zweck der Akademien in Frage stellen. So hat auch der Bund Saarländischer Musikvereine in der Landesakademie ein Zentrum gefunden um Dirigenten auszubilden, Kinder und Jugendliche auf den Abschluss der D2 und D3-Prüfungen im Rahmen von Lehrgängen vorzubereiten und die D-Prüfungen durchzuführen. Fachspezifische Wochenendlehrgänge, die der Fortbildung der aktiven Musikerinnen und Musiker dienen werden von hochqualifizierten Gastdozenten durchgeführt. Zu wünschen bleibt, dass der Lehrgangbetrieb in den vor uns liegenden Jahren gefestigt und verbessert werden kann. Josef Petry BSM-Präsident
Auf zwei Worte (Ausgabe: März / April 2010) In der so genannten nachindustriellen Gesellschaft ist eine ganzheitliche Persönlichkeitsbildung wichtiger als schmalspuriges Spezialistentum. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn gleichrangig neben der Wissensermittlung eine Erziehung zur selbstverantwortlichen, kritischen und schöpferischen Gestaltung der Lebensumwelt tritt. Nötig sind Menschen mit kreativer Fantasie, die den Problemen der Gegenwart mit zukunftsgerichteten Ideen begegnen. Kulturelles Engagement, wie es in unseren Musikvereinen aktiv betrieben wird, spricht den Menschen in seinem Denken, Fühlen an, es fördert seine Urteils- und Kritikfähigkeit. Kulturelles Engagement führt zu geistiger Selbstbestimmung und persönlichem Bewusstsein. Damit wird Immunität gegen undifferenzierte Verallgemeinerungen, Außensteuerung und Fremdbestimmungen gefördert und gestärkt. In Erkenntnis dessen haben die in der Landesregierung vertretenen Parteien im Koalitionsvertrag vereinbart „dass die Landesakademie als Zusammenschluss der kulturellen Dachverbände des vorwiegend ehrenamtlichen Bereichs … wie bisher die volle Unterstützung der Landesregierung finden und ihre finanzielle Förderung verstetigt werden soll.“ Ich darf hoffen, dass dies auch so umgesetzt wird und sich im Nachhinein nicht als reine Absichtserklärung entpuppen wird, die auf dem Altar angeblich höherwertiger „Gemeinwohlinteressen“ geopfert wird. Sofern die Investitionen in Kultur und Bildung ernst genommen werden, ist die Umsetzung dieser Koalitionsvereinbarung ein Lackmustest für glaubhaftes Gestalten durch politisch Verantwortung Tragende. Ein kleines Zeichen der Glaubwürdigkeit wäre die Erhöhung der Fördermittel der Landesakademie von 1 % auf 2 %. Josef Petry BSM-Präsident
Auf zwei Worte (Ausgabe: Januar / Februar 2010) Wieder liegt ein Jahr vor uns, in dem unsere Vereine ihre kultur- und gesellschaftlichen Aufgaben im örtlichen Umkreis verantwortungsvoll und gerne wahrnehmen werden. So werden unsere Vereine, wie in den zurückliegenden Jahren, das örtliche kulturelle Geschehen wesentlich mitgestalten. Ohne das selbstlose Wirken der Vereine und deren ehrenamtlicher Mitglieder wäre dies nicht möglich. Vielen Kindern wäre der Weg ins Vereinsorchester verschlossen, wenn der Verein den Kindern, die ein Instrument erlernen wollen, nicht ein Musikinstrument unentgeltlich zur Verfügung stellt und über vereinseigene Ausbilder eine kostenlose Ausbildung ermöglichen würde. Dass darunter die Qualität der Ausbildung leiden würde, konnte bisher nicht festgestellt werden. Die Ergebnisse der D-Prüfungen bestätigen dies. Um die Qualität der instrumentalen Ausbildung zu verbessern, ist eine Weiterqualifizierung der vereinseigenen Ausbilder erforderlich. Der Verband ist bemüht, durch das Lehrgangsangebot und hier insbesondere die C-Lehrgänge diese Aufgabe zu erfüllen. Leider hat die Neukonzeption der C-Lehrgänge dazu geführt, dass dieses Angebot etwas zaghaft angenommen wird. Das darf nicht dauerhaft sein, denn sonst werden die Vereine ihre ureigensten Aufgaben zukünftig nicht mehr erfüllen und sind auf Außenstehende angewiesen, was in manchen Fällen aufgrund fehlender Finanzierbarkeit dazu führen wird, dass der jugendliche Nachwuchs fehlen wird. Ein weiteres wesentliches Charakteristikum unserer Musikvereine besteht auch darin, dass die aktiven Musiker unentgeltlich sowohl bei Konzerten als auch bei allen sonstigen Veranstaltungen innerhalb der Ortsgemeinschaft mitwirken. Wenn ein Verein meint, aufgrund vermeintlicher Steigerung der musikalischen Qualität „Aushilfsspieler“ verpflichten zu müssen, und diese dafür entlohnt, verfehlt dies Sinn und Zweck unserer Vereinstätigkeit. Musikvereine sind keine wirtschaftlichen Unternehmen, die Musiker einstellen und unterhalten können. Dies würde die finanzielle Leistungsfähigkeit unsere Vereine übersteigen und über kurz oder lang zu deren Ende führen. Sinn und Zweck unsere Vereine ist es unentgeltlich zur eigenen Freude und der Mitbürger zu musizieren und immer wissend, dass unsere musikalische Leistung nie professionelle Qualität erreichen kann. Nicht dass ich falsch verstanden werde. Gegen ein gegenseitiges Helfen und Unterstützen aus Solidarität ist nichts einzuwenden. Dass dabei dem Unterstützenden keine zusätzlichen Kosten entstehen, ist selbstverständlich. Josef Petry BSM-Präsident
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