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Bericht aus der Saarbrücker Zeitung

Die Saarbrücker Zeitung berichtete darüber in ihrer Ausgabe vom Samstag 21. Mai 1955:

 

Bund Saarländischer Musikvereine strebt aufwärts          

Bei der im Januar diesen Jahres stattgefundenen Gründungsversammlung des Bundes Saarländischer Musikvereine war schon ersichtlich, dass zahlreiche Kapellen in Stadt und Land einen engen Zusammenschluss erstreben. In der Zwischenzeit hat er feste Formen angenommen, so dass nunmehr zu der offiziellen Wahl des Vorstandes geschritten werden konnte, nachdem ein provisorischer Vorstand rührige Arbeit geleistet hatte. Im Saarland bestehen etwa 150 Musikvereine, die sich aus Laienmusikern zusammensetzen. 60 Vereine fanden bereits den Weg zu dem neuen Bund, und es ist zu erwarten, dass auch die übrigen ihren Beitritt bald erklären werden, um gemeinsam das große Werk zu vollbringen, das der Bund sich zur Aufgabe gestellt hat. 58 Vereine waren durch Delegierte vertreten. Der kommissarische Präsident Peter Marx, Saarbrücken, eröffnete die Generalversammlung im Roten Saal des Johannishofes. In allen Punkten herrschte eine bewundernswerte Einmütigkeit, die als beste Grundlage zu einer raschen Aufwärtsentwicklung des jungen Verbandes zu bewerten ist. Unter den Ehrengästen befand sich als Vertreter des Berufsmusikerverbandes Herr Schmerwitz, der schon in der Gründungsversammlung der neuen Laien-Musikerorganisation, die keinesfalls den Berufsmusikerverband schädigen will, sondern ihn als eine wesensverwandte Schwesternorganisation ansieht, weitgehende Unterstützung zusagte. Nach Abgabe eines Tätigkeitsberichtes schritt man zum Hauptpunkt der Tagesordnung, der Vorstandswahl. Der bisherige kommissarische Vorstand wurde per Akklamation einstimmig bestätigt. (Aufstellung siehe oben). Von der Wahl eines Bundesdirigenten wurde Abstand genommen. Die Fähigkeiten der einzelnen Mitglieder sind noch zu wenig bekannt, um aus ihrem großen Kreis eine geeignete Persönlichkeit herauszufinden. Ein reiches Arbeitsgebiet ist aber auch den Kreisvorsitzenden und ihren Mitarbeitern gegeben. Sie wurden schon in der Gründungsversammlung gewählt.
Vom Bund Deutscher Musikvereine war deren Geschäftsführer Schulz, Freiburg, erschienen. Er überbrachte Grüße und Glückwünsche von Präsident Albrecht zur Bundesgründung und überreichte Peter Marx in dessen Auftrag in Würdigung seiner Verdienste um die Förderung der Volksmusikpflege die goldene Ehrennadel des Deutschen Volksmusikerbundes. Das Referat von Geschäftsführer Schulz beschäftigte sich vornehmlich mit organisatorischen Fragen und war sehr aufschlussreich. Er erörterte Richtlinien zur Werbung für die Blasmusik, zur Heranziehung des Nachwuchses, Schulung der Dirigenten, Durchführung von Wertungsspielen sowie das Verhältnis zur Gema. Gema-Vertreter Balzert machte zu dem letzten Punkt noch weitere Ausführungen. Es entspann sich eine lebhafte Diskussion, besonders zur Frage der Gema-Gebühren. Sie bewies, dass allen Vereinen eine Entfaltung ihrer musikalischen Kräfte sehr am Herzen liegt und sie gewillt sind, alle finanziellen Hemmnisse zu beseitigen. Hierzu gehöre auch die Herabsetzung der Gema-Gebühren.

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