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Die Gründung im Jahre 1955

So begann es


Als sich nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges das Leben zu normalisieren begann, entstanden auch vielerorts bereits wieder die ersten kleineren Musikgruppen und Kapellen. Da das Saarland, wie schon nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg, wiederum der französischen Verwaltung unterstand, war die Bildung offizieller Vereine untersagt, bzw. bedurfte der Genehmigung der Französischen Militärverwaltung. Diese Genehmigung wurde zunächst aber nur unter bestimmten Auflagen den von den Besatzungsmächten zugelassenen Kulturgemeinschaften erteilt, die alle Sparten der Kultur in den einzelnen Ortschaften zusammenfassten.

Das am 13.07.1950 erlassene "Saarländische Vereinsgesetz" ermöglichte dann aber, dass sich die Musikvereine unter ihren früheren Namen und in ihrer früheren Form selbständig machen konnten. Einer musikalischen Aufbauarbeit stand nichts mehr im Wege.

Nachdem der "Saar-Sänger-Bund" 1953 seine Tätigkeit wieder aufnahm - der Saar-Sänger-Bund bestand allerdings schon seit 1862 - gab es auch Bemühungen, die saarländischen Musikvereine in einer Dachorganisation zusammenzuschließen. Im Auftrage des Kultusministeriums und unter Mitwirkung von Professor Dr. Josef Müller-Blattau (dem damaligen Präsidenten des Saar-Sänger-Bundes) trafen sich Aktivisten der saarländischen Blasmusikbewegung im November 1954 im Saarbrücker Hotel Vetter, um eine Arbeitsgemeinschaft zu gründen, die diesen Zusammenschluss vorbereiten sollte. Von der dieser ersten Zusammenkunft wurde keine Niederschrift erstellt. Am 27.12.1954 fand die zweite Sitzung des Gremiums ebenfalls im Hotel Vetter statt, von der in der Niederschrift festgehalten ist:

Anwesend waren die Herren:
  - Peter Marx
  - Alfred Schneider
  - Jakob Wilhelm

Als Punkt 1 wurden die Bundessatzungen erstellt, von allen Herren gutgeheißen und befürwortet.
Als Punkt 2 wurde die Bundesgründungsversammlung für den 09.01.1955 um 9.00 Uhr im gelben Saal des "Johannishofes" in Saarbrücken festgelegt. Professor Müller-Blattau sollte zu dieser Gründungsversammlung eingeladen werden, damit er durch sein Erscheinen und seine Ausführungen über den Zweck des Bundes, der Versammlung den würdigen Rahmen gibt.

Verantwortlich für die Niederschrift: Jakob Wilhelm.



Die Gründung des BSM am 9.1.1955


Aus dem Gründungsprotokoll vom 9.1.1955 geht hervor, dass 42 Vereine vertreten waren. Als vorläufiger Bundesvorstand wurden gewählt:

  • 1. Bundesvorsitzender: Peter Marx, Saarbrücken
  • 2. Bundesvorsitzender: Hans Göbel, Quierschied
  • Bundesschriftführer und gleichzeitig Geschäftsführer: Rudolf Pitz, Camphausen
  • Bundesschatzmeister: Jakob Wilhelm, Altenkessel

Dieser vorläufige Bundesvorstand bereitete die erste ordentliche Bundeshauptversammlung vor, die dann im Mai 1955 im roten Saal des Johannishofes Saarbrücken stattfand. Der bisher kommissarisch tätige Bundesvorstand wurde wie folgt bestätigt bzw. erweitert:

  • 1. Bundesvorsitzender: Peter Marx, Saarbrücken
  • 2. Bundesvorsitzender: Hans Göbel, Quierschied
  • Bundesschatzmeister: Jakob Wilhelm, Altenkessel
  • 1. Bundesschriftführer: Rudolf Pitz, Camphausen
  • 2. Bundesschriftführer: Erwin Frei
  • 1. Pressewart: Decker, St. Ingbert

Der Posten eines Bundesdirigenten wurde nicht besetzt

 

 

Die Saarbrücker Zeitung berichtete darüber in ihrer Ausgabe vom Samstag 21. Mai 1955:

 

Bund Saarländischer Musikvereine strebt aufwärts          

Bei der im Januar diesen Jahres stattgefundenen Gründungsversammlung des Bundes Saarländischer Musikvereine war schon ersichtlich, dass zahlreiche Kapellen in Stadt und Land einen engen Zusammenschluss erstreben. In der Zwischenzeit hat er feste Formen angenommen, so dass nunmehr zu der offiziellen Wahl des Vorstandes geschritten werden konnte, nachdem ein provisorischer Vorstand rührige Arbeit geleistet hatte. Im Saarland bestehen etwa 150 Musikvereine, die sich aus Laienmusikern zusammensetzen. 60 Vereine fanden bereits den Weg zu dem neuen Bund, und es ist zu erwarten, dass auch die übrigen ihren Beitritt bald erklären werden, um gemeinsam das große Werk zu vollbringen, das der Bund sich zur Aufgabe gestellt hat. 58 Vereine waren durch Delegierte vertreten. Der kommissarische Präsident Peter Marx, Saarbrücken, eröffnete die Generalversammlung im Roten Saal des Johannishofes. In allen Punkten herrschte eine bewundernswerte Einmütigkeit, die als beste Grundlage zu einer raschen Aufwärtsentwicklung des jungen Verbandes zu bewerten ist. Unter den Ehrengästen befand sich als Vertreter des Berufsmusikerverbandes Herr Schmerwitz, der schon in der Gründungsversammlung der neuen Laien-Musikerorganisation, die keinesfalls den Berufsmusikerverband schädigen will, sondern ihn als eine wesensverwandte Schwesternorganisation ansieht, weitgehende Unterstützung zusagte. Nach Abgabe eines Tätigkeitsberichtes schritt man zum Hauptpunkt der Tagesordnung, der Vorstandswahl. Der bisherige kommissarische Vorstand wurde per Akklamation einstimmig bestätigt. (Aufstellung siehe oben). Von der Wahl eines Bundesdirigenten wurde Abstand genommen. Die Fähigkeiten der einzelnen Mitglieder sind noch zu wenig bekannt, um aus ihrem großen Kreis eine geeignete Persönlichkeit herauszufinden. Ein reiches Arbeitsgebiet ist aber auch den Kreisvorsitzenden und ihren Mitarbeitern gegeben. Sie wurden schon in der Gründungsversammlung gewählt.
Vom Bund Deutscher Musikvereine war deren Geschäftsführer Schulz, Freiburg, erschienen. Er überbrachte Grüße und Glückwünsche von Präsident Albrecht zur Bundesgründung und überreichte Peter Marx in dessen Auftrag in Würdigung seiner Verdienste um die Förderung der Volksmusikpflege die goldene Ehrennadel des Deutschen Volksmusikerbundes. Das Referat von Geschäftsführer Schulz beschäftigte sich vornehmlich mit organisatorischen Fragen und war sehr aufschlussreich. Er erörterte Richtlinien zur Werbung für die Blasmusik, zur Heranziehung des Nachwuchses, Schulung der Dirigenten, Durchführung von Wertungsspielen sowie das Verhältnis zur Gema. Gema-Vertreter Balzert machte zu dem letzten Punkt noch weitere Ausführungen. Es entspann sich eine lebhafte Diskussion, besonders zur Frage der Gema-Gebühren. Sie bewies, dass allen Vereinen eine Entfaltung ihrer musikalischen Kräfte sehr am Herzen liegt und sie gewillt sind, alle finanziellen Hemmnisse zu beseitigen. Hierzu gehöre auch die Herabsetzung der Gema-Gebühren.

 

 

Der erste BSM Vorstand:

 

Präsident Peter Marx
Vizepräsident Hans Göbel
Schriftführer Rudolf Pitz 
Schatzmeister Jakob Wilhelm
Dirigent nicht besetzt
Jugendleiter nicht besetzt

 

Kontakt

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