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Rede des BSM Präsidenten Josef Petry zur Preisverleihung 2006

  •  Rede des BSM-Präsidenten Josef Petry anlässlich der Robert-Klein-Preisverleihung 2006 im "Alten Rathaus" in Völklingen
     
     
    Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
    meine lieben Mädchen und Buben,
    liebe Eltern,
    sehr geehrter Herr Bürgermeister,
    meine sehr geehrten Damen und Herren,
     
    zum 11. Mal können wir in diesem Jahr den Robert Klein Preis für besonders vorbildliche Jugendarbeit an 5 Musikvereine unseres Verbandes verleihen.
     
    Mein Dank gilt dafür der Bank 1 Saar, deren verantwortlichen Vertreter erkannt haben, dass nicht nur die egalitäre Kultur zu fördern und zu unterstützen ist, sondern auch die sogenannte Breitenkultur. Spitze braucht die Breite. Ohne die vielen musisch-kulturellen Vereine, gäbe es keine Spitzenkultur.
     
    In diesem Jahr haben sich ca. 70 Musikvereine um den Förderpreis beworben. 5 Preisträger wurden von der Jury, zu der der Bundesjugendleiter, die Kreisjugendleiter sowie der Vizepräsident zählten, ausgewählt.
     
    Bei dieser Auswahl ging es unter anderem nicht nur darum, ob der Musikverein ein Jugendorchester unterhält, ob sich der Verein an den Ausbildungskosten beteiligt ggf. in welche Höhe, ob das Jugendorchester an der Wertungsspielen des BSM teilgenommen hat, wie viel Prozent  die Anzahl der sich in Ausbildung  befindlichen Kinder und Jugendlichen zur Anzahl der Aktiven  beträgt, sondern darum, welche anderen Freizeitgestaltungsmöglichkeiten der Verein anbietet und wie diese durchgeführt werden.
     
    So konnten wir in diesem Jahr in den Musikkreisen Saarbrücken/Neunkirchen/Saarpfalz 2 erste Preise vergeben. Im Musikkreis Saarbrücken freut es mich ganz besonders heute den Preis im Rahmen dieser kleinen Feierstunde im Festsaal des alten Rathauses in Völklingen an den Musikverein Ludweiler übergeben zu können.
     
    Mein Dank gilt den Verantwortlichen im Musikverein Ludweiler, an die Vorsitzende, den Dirigenten und dem Jugendleiter.
     
    Der Preis, der mit 1.000,- Euro ausgelobt ist, ist nach dem 2. Präsidenten des Bundes Saarländischer Musikvereine benannt.
     
    Robert Klein erkannte schon sehr früh, dass eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit eine er Kardinalaufgaben der Vereine bzw. des Verbandes ist. Er setzte die ersten Staatszuschüsse ein um Dirigenten- und Jungbläserlehrgänge durchzuführen. Er überzeugte die altgedienten Musiker, dass nicht nur den Jungen der Weg zu einen Instrument zu eben ist, sondern auch den Mädchen. Bis in die 50iger Jahre des vergangenen Jahrhundert hinein durften in fast allen Musikvereinen Mädchen nicht mitspielen. Robert Klein ist es mit zu verdanken, dass der BSM sich hier auch dafür einsetzte Mädchen in die Vereine aufzunehmen und mitspielen zu lassen.
     
    Natürlich wissen wir auch, dass mit 1.000,- Euro die Jugendarbeit in einem Musikverein nicht zu bewerkstelligen ist. Dieses Geld reicht gerade aus, um 1 Klarinette anzuschaffen.
     
    Wenn ich in diesem Zusammenhang daran denke, dass jährlich in unseren Vereinen ca. 1000 Kinder und Jugendliche mit dem Erlernen eines Musikinstrumentes beginnen, so entstehen dafür Kosten in Höhe von 1 Mio. Euro. Gerne würde ich als Verbandspräsident jedem Kind ein Leihinstrument überlassen. Nur fehlen dem Verband hierzu die Mittel. Sofern weder ein finanzielles Engagement der Eltern, der Großeltern, der Paten und sonstiger Gönner möglich ist, kann ein Kind sich musikalisch nicht weiter entwickeln. Es erfolgt quasi eine Zäsur über den Geldbeutel.
     
    Deshalb an dieser Stelle ein Dank an die Eltern, aber auch eine Aufforderung an Sie Herr Bürgermeister alles zu tun, damit diese Hürde genommen werden kann.
     
    Die Gegenleistung die durch das Investieren in ein Musikinstrument erfolgt, erhalten Sie dadurch, dass Musikvereine unser örtlich kulturelles Leben bereichern und der wichtigste Kulturträger in diesem Umfeld sind. Die Kinder und Jugendlichen lernen aber auch spielerisch sich in eine Gemeinschaft einzuordnen, sie erfahren, wer Leistung von anderen fordert, muss sich selbst mit einbringen.
     
    Die in unserem Verband musizierenden 390 Schüler- Jugend – und großen Orchester nehmen jährlich an fast 10.000 Veranstaltungen teil, bei denen zur eigenen Freude und zur Freude der Mitbürger musiziert wird- und dies unentgeltlich-. Würden bei jeder Veranstaltung 2 Aushilfen bezahlt so entstünden Kosten iHv Euro 2 Mio.
     
    Dies soll und kann auch nicht Aufgabe eines Verbandes sein, Leihinstrumente zur Verfügung zu stellen und Aushilfen zu finanzieren.
     
    Aufgabe eines Verbandes kann es nur sein auf Rahmenbedingungen hinzuwirken, die jedem Kind die Möglichkeit geben seine musikalischen Fähigkeiten zu entwickeln.
     
    Zur Verbesserung der Rahmenbedingungen würde es führen, wenn der Landesgesetzgeber endlich das Kulturförderungsgesetz verabschieden würde, in dem die Kultur den Gemeinden als pflichtige Selbstverwaltungsaufgabe obliegen würde.
     
    Leider hat sich hier nichts mehr getan.
     
    Umso erfreuter bin ich in der Bank 1 Saar einen Mitstreiter für unsere Ziele gefunden zu haben. Mein ganz besonderen Dank gilt Herrn Herget, der nichts unterlassen hat den Robert Klein Preis auch zukünftig als ein Signal des Hauses nach außen wirken zu lassen.
     
    Nochmals herzlichen Dank allen Verantwortlichen in Ihrem Musikverein und herzlichen Glückwunsch zur Verleihung der Robert Klein Preises.
     
     
    Josef Petry
    BSM-Präsident

Kontakt

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