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Januar-Februar 2017

 

INTRO

 

Über die Zukunft der Vereine

 

Am 29. Dezember 2016 erreichte uns eine Nachricht in der Saarbrücker Zeitung, betitelt mit „Wir stecken in einer Sackgasse“, die viele Kulturvereine schon lange kennen. Redakteurin Christine Kloth beklagte in ihrem Beitrag die Situation vieler Musikgruppierungen, die sich aufgrund des kaum noch zu motivierenden Nachwuchses in eben solcher Lage befänden und in einigen Jahren wohl nicht mehr auftreten könnten. Das von der Redakteurin auf den Zupf- und Chorverband bezogene Beispiel trifft auch auf die beiden mitgliedstärksten Musikverbände, den Saarländischen Chorverband und den Bund Saarländischer Musikvereine, zu.

 

Durch die Schließung von Grundschulen vor Ort und der Erweiterung des Nachmittagsunterrichtes wird es für uns immer schwieriger, Kinder in den Musikverein zu integrieren. Es ist ein, wie BSM Bundesdirigent Bernhard Stopp es im anschließenden Interview richtig deutet, „permanentes nachjustieren“ der Vereinsarbeit nötig, um diesem Trend entgegenzuwirken. Auch Marianne Hurth, Präsidentin des Saarländischen Chorverbandes urteilt ähnlich: Neben der ständigen Neuerfindung des Vereins müsse man sich „mehr denn je als Marke mit Alleinstellungsmerkmalen etablieren und experimentierfreudig sein.“ Als Beispiele nennt sie die Choreographie, Kleidung und Beleuchtung. Diese Elemente hätten mittlerweile häufig für das Publikum einen ähnlichen Stellenwert wie die künstlerische Ausgestaltung.

 

Man kann am Beispiel der Robert-Klein Preisträger 2016 sehen, dass es in den Musikvereinen durchaus möglich ist, kreative Jugendarbeit zu betreiben, um auch in Zukunft spielfähig zu bleiben. Einige Vereine im Saarland beginnen schon früh im Kindergarten damit, ihr musikalisches Potential, gefördert über das Projekt „Musik macht stark“, heranzuziehen. Auf spielerische Weise machen Kinder im Alter ab vier Jahren erste Erfahrungen mit Musik, sie singen und rasseln, sie musizieren gemeinsam im Konzert des Vereins und ernten dafür ihren ersten Applaus. Eine weiterführende Kooperation im Rahmen der „Kreativen Praxis“ (Kulturverein und Schule) vertieft die vorhandenen Kenntnisse und hilft dabei, Mädchen und Jungen an den Verein zu binden. Es würde an dieser Stelle zu weit führen, alle denkbaren Modelle zu nennen, aber auch Gemeinschafts-Jugendorchester, Kreisjugendblasorchester oder Kooperationen mit bestehenden Schulensembles bedürfen zumindest einer Überlegung, wenn die Spielfähigkeit des heimischen Blasorchesters auf dem Prüfstand steht.

 

In einer Sackgasse zu stecken bedeutet noch lange nicht, dass man nicht mehr hinausfindet. Wir als Mitgliedsverband helfen Ihnen gerne dabei, neue Ideen auszuprobieren.

 

Dr. Björn Jakobs

Kreisdirigent Musikkreis Saarlouis

Fragen/Anregungen an den Autor:

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